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Katharina Fenske, Praktikantin beim VAMV Berlin e.V.

  1. Bestimmen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein altersgemäßes Wechselobjekt, das Ihr Kind bei allen Wechseln zwischen den Eltern begleitet – zum Beispiel ein Kuscheltier. So nimmt das Kind immer ein wenig der einen Welt mit in die andere.
  2. Hängen Sie ein Foto des abwesenden Elternteils im Zimmer des Kindes auf. Das hilft insbesondere kleinen Kindern, den abwesenden Elternteil als „erreichbar“ wahrzunehmen.
  3. Malen oder basteln Sie gemeinsam mit dem Kind etwas für den anderen Elternteil, das es dann mitnehmen und verschenken kann.
  4. Besorgen Sie gemeinsam mit dem Kind ein Oster-/Weihnachts-/Geburtstagsgeschenk für den anderen Elternteil, welches beim nächsten Wechsel vom Kind geschenkt werden kann.
  5. Versuchen Sie, nach Möglichkeit wichtige Ereignisse im Leben des Kindes, wie bspw. Kindergartenfeste, Schulveranstaltungen, Vereinsfeste oder auch Arzttermine, gemeinsam zu besuchen, so dass beide Elternteile anwesend sind.
  6. Sollte dies nicht möglich sein, da es Konflikte provozieren würde, versuchen Sie, diese Termine unter den Elternteilen gleichmäßig aufzuteilen, so dass dem Kind deutlich wird, dass beide Eltern nach wie vor präsent und interessiert sind.
  7. Sprechen Sie mit dem Kind über den abwesenden Elternteil – neutral, freundlich, ohne jede Wertung und ohne das Kind „auszufragen“. Lassen Sie das Kind von gemeinsamen Erlebnissen berichten und spüren, dass es okay ist, mit dem anderen Elternteil Spaß zu haben.
  8. Etablieren Sie ein Umgangsbuch. Dies kann ein kleines, kindgerechtes Notizbüchlein sein, in das Sie jeweils gemeinsam mit dem Kind einen kurzen Eintrag vor jedem Wechsel vornehmen, was in der Zwischenzeit erlebt wurde und was passiert ist. In dieses Büchlein kann auch gemalt, oder mit Stickern oder Fotos geklebt werden, wenn das Kind daran Freude hat.
  9. Planen Sie Telefontermine zwischen Ihrem Kind und dem abwesenden Elternteil bei größeren Zeiträumen (wie zum Beispiel Urlaub) mit ein. Versuchen Sie, potentiell kritische Zeitpunkte zu vermeiden, an denen Sehnsucht und Heimweh nach dem nicht anwesenden Elternteil leicht entstehen können, wie z.B. unmittelbar vor dem Zubettgehen. Gute Zeiten zum Telefonieren können Termine am Mittag oder Nachmittag sein, an denen das Kind über Unternehmungen berichten kann, die besonders viel Spaß gemacht haben. Für kleinere Mitteilungen zwischendurch können kurze Sprachnachrichten oder Fotos z.B. per WhatsApp hilfreich sein.
  10. Vergessen Sie auch andere Bezugspersonen nicht, wie z.B. die Großeltern. Auch hier sind Telefonate und gemeinsame Aktivitäten möglich, sofern es die Atmosphäre zulässt. Das Kind kann so erleben, dass die Einheit Familie nach wie vor existiert, auch wenn Mama und Papa kein Paar mehr sind.
  11. Verständigen Sie sich mit dem anderen Elternteil auf ein bis zwei feste Rituale, die beide Elternteile konsequent leben, wie z. B. dasselbe Gutenachtlied, oder dass vor dem Schlafengehen eine Geschichte vorgelesen wird, ein Spruch vor dem Essen etc. So erlebt das Kind Stabilität und Sicherheit und spürt, dass es eine Verbindung zwischen Mama und Papa gibt, auch wenn sie nicht länger zusammen sind.
  12. Wenn es Ihnen möglich ist, schaffen Sie Ihrem Kind einige Momente im Jahr, an denen es beide Eltern zusammen erleben darf. Dies geht allerdings nur, wenn Sie  beim Zusammentreffen nicht in Streit ausbrechen, sondern gelassen bleiben. Gute Gelegenheiten dafür sind Veranstaltungen in der Kita oder Schule, oder auch die Geburtstage des Kindes.