Das Berliner Kindertagesbetreuungsgesetz sieht Betreuungsmöglichkeiten vor, die dem nachgewiesenen Bedarf der Eltern entsprechen. Kinder im Alter ab 8 Wochen bis zum Ende der Grundschulzeit können in Kindertagespflege, Krippe, Kindertagesstätten und an Grundschulen betreut werden.

Was ist Kindertagespflege?

Kindertagespflege ist die Betreuung von Kindern durch Tagesmütter oder -väter. Sie betreuen in der Regel in ihrem eigenen Haushalt bis zu drei Kinder. In Ausnahmefällen werden die Kinder auch in der Wohnung der Eltern betreut. In Tagesgroßpflegestellen können vier bis acht Kinder betreut werden, teilweise in eigens dafür angemieteten Räumen. Diese Betreuungsform ist vorrangig für Kinder unter drei Jahren gedacht, es gibt aber auch Tagesgroßpflegestellen, die Kinder bis zum Schuleintritt betreuen oder Tagespflegeeltern, die im Einzelfall die ergänzende Betreuung von Schulkindern übernehmen.

Was sind Kindertageseinrichtungen?

Tageseinrichtungen (Krippe und Kindergarten) sind Kindertagesstätten, genannt Kita, in denen Kinder bis zur Einschulung gefördert werden. Dabei wird nach dem Alter der Kinder unterschieden zwischen

  • Krippe (acht Wochen bis zu drei Jahren) und
  • Kindergarten (drei Jahre bis zum Schuleintritt).

Viele Einrichtungen decken beide Altersbereiche ab. Sie arbeiten häufig mit Altersmischung und offenen Gruppen.

Eine besondere Form der Kindertagesstätten sind Eltern-Initiativ-Kindertagesstätten (EKT), auch Kinderläden genannt, die von einem Elternverein getragen werden. Es ist oft üblich, dass Väter und Mütter notwendige „Nebenarbeiten“ wie z. B. die Verwaltung, putzen, kochen oder Vertretungsdienste übernehmen.

In Kindertagesstätten – auch in EKTs – müssen sich Eltern entsprechend ihres Einkommens an den Kosten beteiligen.

Betreuung in den Grundschulen

In Berlin gibt es verschiedene Formen von Ganztagsgrundschulen:

  1. Grundschulen mit offenem Ganztagesbetrieb
    bieten eine ergänzende Betreuung mit Betreuungsmodulen zur verlässlichen Halbtagsgrundschule an mit Öffnungszeiten von 7:30 bis 13:30 Uhr. Eine ergänzende Förderung und Betreuung ist möglich in den Zeiten von 6:00 bis 7:30 Uhr, von 13:30 bis 16:00 Uhr und von 16:00 bis 18:00 Uhr.
  2. Gebundene Ganztagsgrundschulen
    führen in der Zeit von 8:00 bis 16:00 Uhr schulpflichtige Veranstaltungen durch.

    Auch hierbei können ergänzende Betreuungsmodule bei Bedarf beantragt werden. In Einzelfällen kann über 18:00 Uhr hinaus eine Betreuung mit dem Schulamt vereinbart werden.

Bei der Anmeldung der Schulanfänger im November stellen Sie gleichzeitig Ihren Antrag auf Betreuung an der Grundschule. Ihr Bedarf, z. B. wegen Ausbildung oder Berufstätigkeit, wird geprüft und Sie erhalten vom Schulamt einen Bescheid. Für alle anderen Schulkinder kann jederzeit ein Antrag in der Schule oder beim Schulamt gestellt werden, z. B. wenn sich Ihre Arbeitszeit erhöht oder verlagert oder Sie sozialpädagogischen Bedarf haben.

Höhe der Betreuungskosten

Die Kostenbeteiligung der Eltern ist gesetzlich im KTKBG (Kita- und Tagespflegekostenbeteiligungsgesetz) geregelt und richtet sich nach dem Einkommen. Die Beiträge sind für alle Einrichtungsträger gleich. Sie unterscheiden sich aber nach Alter und Anzahl der Kinder und dem Betreuungsumfang. Für Kinder ab drei Jahre werden keine Kita-Kosten erhoben, es gibt jedoch eine Kostenbeteiligung am Essen. Genaue Angaben finden Sie hier.

Anmeldefristen

Nehmen Sie mit dem Jugendamt/der Kitagutscheinstelle ihres Bezirks, bei Grundschulkindern mit der Schule oder dem Schulamt Kontakt auf und beantragen Sie rechtzeitig, d. h. zwischen zwei und sechs Monate vor Betreuungsbeginn, die Betreuung Ihres Kindes. Um Ihrem Kind die Eingewöhnung zu erleichtern, kann es schon vier Wochen vor Arbeitsbeginn betreut werden.

Kurzfristige Betreuungsplätze 
Unabhängig von Anmeldefristen kann ein Kind auch kurzfristig für eine Betreuung angemeldet werden. Das gilt insbesondere bei Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, bei Auftreten einer besonderen pädagogischen oder familiären Situation, für Neugeborene und für nach Berlin zugezogene Kinder.

Betreuungsumfang

Berufstätige

In Abhängigkeit von Ihren Arbeitszeiten erhält Ihr Kind einen Betreuungsgutschein in Form von Halbtags-, Teilzeit-, Ganztags- oder erweiterter Ganztagsbetreuung. Geben Sie sowohl die Zeiten ihres längsten Arbeitstages als auch die wöchentlichen durchschnittlichen Arbeitszeiten an.  In vielen Berufen sind durch die Arbeitszeitflexibilisierung zunehmend Arbeitszeiten am späten Nachmittag und Abend üblich. Dazu kommen die Berufe mit Schichtarbeit. Auch in Teilzeit kann die Verpflichtung zu „langen“ Arbeitstagen bestehen.

Falls Ihre Arbeitszeit sich künftig erhöht, stellen Sie einen neuen Antrag. Der Betreuungsbescheid wird entsprechend Ihres anerkannten Bedarfs verändert.

Studierende oder Auszubildende

Sie haben wie Berufstätige einen Anspruch auf Kinderbetreuung in Abhängigkeit von Ihren Ausbildungs- und Wegezeiten. An einigen Universitäten und Fachhochschulen gibt es Kindertagesstätten.

Arbeitslose

Arbeitssuchend gemeldete Eltern bekommen für ihr Kind zunächst einen Halbtagsplatz mit einer Betreuungszeit von bis zu fünf Stunden. Wenn Sie eine Arbeit oder Ausbildung aufnehmen, wird die Betreuung entsprechend der Arbeitszeit erweitert. Das gilt natürlich auch, wenn Sie sich selbständig machen oder eine geförderte Bildungsmaßnahme aufnehmen.

Auch bei Arbeitslosigkeit ist der Kitabesuch für Ihr Kind wichtig! Es kommt vor, dass arbeitslose Eltern ihre Kinder nicht zum Kitabesuch anmelden, weil die Kostenbeteiligung das geringe Haushaltsbudget besonders belastet, insbesondere wenn mehrere Kinder in der Familie leben. Gerade bei Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen Problemen sollten Sie aber bedenken, dass der Kitabesuch für Ihr Kind wichtig ist. Es hat dort viel Kontakt mit anderen Kindern, angeleitete Aktivitäten in der Gruppe, wird sprachlich gefördert und erhält eine Bildungschance, die für sein späteres Leben große Bedeutung hat. Wenn Sie die Kita- und Tagespflegekostenbeteiligung nicht alleine aufbringen können, können Sie  beim Jugendamt eine Härtefallregelung beantragen, um gegebenenfalls von den Kosten des Betreuungsplatzes befreit zu werden.

Teilnehmende an einer Bildungsmaßnahme

Wenn Sie arbeitslos sind und eine vom Arbeitsamt geförderte Maßnahme aufnehmen, haben Sie im Rahmen der vorhandenen Haushaltsmittel der Agentur für Arbeit Anspruch auf einen Betreuungszuschuss von 130 Euro pro Monat und Kind und können beim Jugendamt eine Erweiterung der Betreuungszeiten beantragen. Diese Maßnahmen können sein:

  • Weiterbildung (Bildungsgutschein)
  • Umschulung (Weiterbildungsmaßnahme mit Kammerabschluss/Bildungsgutschein)
  • Betriebliche und Gruppentrainingsmaßnahmen, aber auch
  • Erstausbildung mit Bezug von Berufsausbildungsbeihilfe (BAB).

Der Zuschuss wird für die Dauer der Maßnahme gewährt und kann auch für private Betreuung verwendet werden.

Info der Senatsverwaltung zur Kindertagesbetreuung