Wie viel Kindergeld und wie viel Kinderzuschlag stehen mir zu?

Das staatliche Kindergeld wird maximal bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt und beträgt

  • 204 Euro für das erste und zweite Kind
  • 210 Euro für das dritte Kind und
  • 235 Euro für jedes weitere Kind.

Bei Trennung/Scheidung erhält vorrangig die Person Kindergeld, in deren Obhut sich das Kind befindet. Kindergeld wird zur Hälfte auf den Unterhalt angerechnet.

Um Hilfebedürftigkeit zu vermeiden, können Mütter/Väter, deren eigenes Einkommen nicht auch noch für den Unterhalt der Kinder ausreicht, den Kinderzuschlag beantragen.

Nachdem Kindeseinkommen bereits seit Juli letzten Jahres nur noch zu 45 Prozent auf den Kinderzuschlag angerechnet wird, sind seit dem 1. Januar 2020 weitere Verbesserungen bei der Anrechnung von Elterneinkommen in Kraft. Dieses wird ab einer bestimmten Höhe nur noch zu 45 Prozent auf den Kinderzuschlag angerechnet. Die obere Einkommensgrenze wurde abgeschafft, so dass kleine Einkommenssteigerungen im schlimmsten Fall nicht mehr sofort zum kompletten Leistungswegfall führen müssen. Dadurch haben mehr Familien Anspruch auf den Kinderzuschlag und weitere mit ihm verbundene Leistungen, wie das Bildungs- und Teilhabepaket oder die Befreiung von Kitagebühren. Kinderzuschlag können beispielsweise Alleinerziehende mit einem Bruttoverdienst zwischen 1.300 und 2.000 Euro, einem sechsjährigen Kind und einer Warmmiete von circa 500 Euro erhalten. Sind zwei Kinder im Alter von sechs und acht Jahren im Haushalt und kostet die Wohnung warm circa 800 Euro, ist ein Anspruch auf Kinderzuschlag bei einem Bruttogehalt zwischen 1.200 und 2.500 Euro möglich. Entscheidend ist das Durchschnittseinkommen aus den letzten sechs Monaten vor Antragstellung. Auch Anspruch auf Kinderzuschlag haben nun Einelternfamilien, wenn sie mit dem verfügbaren Erwerbseinkommen, dem Kinderzuschlag und ggf. dem Wohngeld höchstens 100 Euro weniger zur Verfügung haben, als ihnen nach dem SGB II zustünde. Dazu wird eine Vergleichsberechnung durchgeführt, bei der alle Mehrbedarfe berücksichtigt werden.

TIP: Auf der Seite des Bundesministeriums für Familie gibt es eine umfassendes Infotool mit dem man ermitteln kann, auf welche Familienleistungen oder -hilfen Sie oder Ihre Familie voraussichtlich Anspruch haben.

Wie hoch ist mein Anspruch auf Elterngeld?

Um die Elternzeit flexibler zu gestalten, kann man sich entscheiden zwischen dem Bezug von

  1. Basiselterngeld (das bisherige Elterngeld) oder
  2. Elterngeld Plus
  3. einer Kombination aus beidem.

Basiselterngeld (12+2) kann von Alleinerziehenden bis zum 14. Lebensmonat eines Kindes bezogen werden, wenn die Voraussetzungen für den steuerlichen Entlastungsbetrag vorliegen, sprich, wenn sie alleine mit ihrem Kind in einem Haushalt leben und gemeldet sind. Eine Tätigkeit mit bis zu 30 Wochenstunden ist möglich. Maßgeblich für die Höhe des Elterngeldes ist das Nettoeinkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes.
Bei einem Einkommen von

  • 1.240 Euro und mehr beträgt das Elterngeld 65 Prozent von dieser Summe,
  • bei 1.220 Euro 66 Prozent,
  • zwischen 1.000 und 1.200 Euro 67 Prozent.

Das Mindestelterngeld beträgt 300 Euro. Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das Elterngeld um jeweils 300 Euro. Beim Arbeitslosengeld II, bei der Sozialhilfe oder beim Kinderzuschlag wird das Elterngeld grundsätzlich vollständig als Einkommen angerechnet.

Elterngeld Plus berechnet sich wie das Basiselterngeld, beträgt aber maximal die Hälfte des Elterngeldbeitrages, dafür wird er für den doppelten Zeitraum gezahlt.

Hier geht´s zum Elterngeldrechner

Elternzeit

Ein Anspruch auf Elternzeit besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Die Inanspruchnahme von Elternzeit ist unabhängig vom Bezug des Elterngeldes. In der Elternzeit müssen Sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen und haben Anspruch auf Arbeitslosengeld II, soweit Sie bedürftig sind.

Wie hoch ist mein Anspruch auf Arbeitslosengeld II?

Sind Sie hilfsbedürftig, zum Beispiel in der Elternzeit, haben Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld II (SGB II), müssen jedoch alles dafür tun, von dieser Leistung unabhängig zu werden.

Die finanzielle Unterstützung setzt sich zusammen aus

  • der Regelleistung für den Erwachsenen (432 Euro)
  • der Regelleistung für das Kind
    • 250 Euro 0-6 Jahre
    • 308 Euro 6-14 Jahre
    • 328 Euro 15-18 Jahre
    • 345 Euro Kinder im Haushalt bis zum 25. Geburtstag
  • einer angemessenen Warmmiete
  • einem Mehrbedarf über die Regelleistung hinaus in Höhe von
    • 17% für Schwangere und
    • 36% für Alleinerziehende mit einem Kind unter 7 Jahre oder zwei/mehr Kindern unter 16 Jahre.

Alle Einkünfte, inklusive Kindergeld, Unterhalt etc., werden angerechnet.

Wann habe ich Anspruch auf Wohngeld?

Wohnen kostet Geld – oft zuviel für den, der ein geringes Einkommen hat. Deshalb leistet der Staat in solchen Fällen finanzielle Hilfe: das Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz. Es wird als Zuschuss gezahlt. Ob Sie Wohngeld in Anspruch nehmen können und – wenn ja – in welcher Höhe, das hängt ab von drei Faktoren:

  1. der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder
  2. der Höhe des Gesamteinkommens und
  3. der Höhe der zuschussfähigen Miete bzw. Belastung.

Beziehende von Wohngeld können für ihre Kinder Leistungen für Bildung und Teilhabe beantragen (siehe unten).

Empfänger und Empfängerinnen von Transferleistungen sowie die Mitglieder ihrer Bedarfsgemeinschaft sind vom Wohngeld ausgeschlossen. Deren angemessene Unterkunftskosten werden im Rahmen der jeweiligen Transferleistung berücksichtigt, so dass sich der Ausschluss vom Wohngeld nicht nachteilig auswirkt.

Wohngeldrechner und andere Infos

Freie Fahrt für Schüler*innen

Alle Schüler*innen fahren mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln im AB-Bereich kostenfrei! Für die Chipkarte (fahrCard) müssen online ein Foto und der aktuelle Schülerausweis hochgeladen und einige Daten eingegeben werden. Die fahrCard wird per Post zugeschickt. Bis Ende November reicht die Vorlage des gültigen Schülerausweises als Nachweis aus.

Bildung und Teilhabe (BuT)/ Starke Familien-Gesetz im Überblick:

Beziehen Sie Leistungen durch das JobCenter (ALG II), Sozialhilfe (Amt für Soziales), Kinderzuschlag. Wohngeld oder auch Leistungen nach dem AsylbLG, können Sie für Ihre Kinder Leistungen zur Bildung und Teilhabe nutzen. Hierzu legen Sie an den entsprechenden Stellen (Schule, Jugendamt, etc.) Ihren berlinpass vor. Einige Ansprüche aus den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit können nur bis zum vollendeten 18. Lebensjahr beantragt werden, andere bis zum vollendeten 25. Lebensjahr.

  • Für alle Grundschüler*innen gibt es bis zum Ende der 6. Klasse ein kostenloses Mittagessen, wenn die Schule die Mittagsverpflegung in ihrer Verantwortung anbietet. Für Schüler*innen weiterführender Schulen bezahlen Sie einen Eigenanteil von 1 Euro zum Essen, für Kinder in Kitas oder Kindertagespfl ege bezahlen Sie pauschal 20 Euro im Monat.
  • Für Schüler*innen gibt es einen Zuschuss für ihren persönlichen Schulbedarf in Höhe von insgesamt 150 Euro pro Jahr. Ausgezahlt wird er jeweils zu Beginn der Schulhalbjahre (im Februar 50 Euro, im August 100 Euro) mit der jeweiligen Leistung, die Sie erhalten.
  • Kinder mit zusätzlichem Förderbedarf erhalten Lernförderung durch ergänzende Angebote. Hierbei kommt es nun nicht mehr auf eine Versetzungsgefährdung an!
  • Wenn Ihnen durch Unterricht im künstlerischen Bereich bzw. Aktivitäten (sportliche, spielerische, kulturelle oder gesellig) Ihrer Kinder Kosten entstehen (Nachweis!), erhalten Sie für Ihr Kind pauschal 15 Euro im Monat für Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben.
  • Ihre Kinder erhalten die Kosten für tatsächliche Aufwendungen für Schulausflüge und mehrtägige Klassenfahrten, gleiches gilt für Ihre Kinder, wenn sie eine Tageseinrichtung oder Kindertagespflege besuchen.

Seit 01.08.2019 entfällt – bis auf auf die Lernförderung nach § 28 Abs. 5 SGB II – bei allen BuT-Leistungen die gesonderten Antragstellung nach § 37 Abs. 1 Satz 2 SGB. Die BuTLeistungen sind somit ein Bestandteil des Grundantrages auf Leistungen nach dem SGB II. Nachweise für die einzelnen Leistungen des BuT-Paketes müssen im Jobcenter eingereicht werden. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer zuständigen Behörde, wie die Beantragungs- oder Abrechnungswege für die jeweilige Leistung vereinbart wurden.
(www.berlin.de/bildungspaket).


Linktipps

Berliner Jobcenter

Berliner Arbeitslosenzentrum

Arbeitslosenverband Deutschland LV Berlin

Beratung im Frieda Frauenzentrum

Beratung bei Raupe und Schmetterling

Beratung bei Kobra

Sozialverband VdK Deutschland

Rechtsambulanz-Sozialhilfe e.V.