VAMV Berlin: Geheime Kürzungspläne sind ein sozialpolitischer Tabubruch – eine Milliarde Euro soll allein bei Alleinerziehenden und ihren Kindern gestrichen werden

 

Berlin, 17. April 2026

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter Berlin (VAMV Berlin) verurteilt die bekannt gewordenen Kürzungspläne aus einem internen Arbeitspapier von Bund, Ländern und Kommunen aufs Schärfste.

Insgesamt geht es um Einsparungen von mindestens 8,6 Milliarden Euro, rund eine Milliarde Euro davon soll allein beim Unterhaltsvorschuss eingespart werden. „Das ist ein sozialpolitischer Tabubruch“erklärt Melanie Otto, Geschäftsführerin des VAMV Berlin.

„Von Milliardenkürzungen ausgerechnet eine ganze Milliarde bei Alleinerziehenden und ihren Kindern zu holen, ist nichts anderes als ein gezielter Griff in die Kasse derjenigen, die am wenigsten haben.“

Mehr als 800.000 Kinder sind auf den Unterhaltsvorschuss angewiesen. „Dieses Geld sichert den Alltag. Wer hier kürzt, nimmt Kindern ganz konkret Essen vom Tisch und Familien die letzte Stabilität. Das ist kein Sparvorschlag, das ist eine bewusste Verschärfung von Kinderarmut.“
Über 40 Prozent der Einelternfamilien leben bereits unter der Armutsrisikoschwelle. „Diese Realität ist bekannt und trotzdem wird im Hinterzimmer darüber verhandelt, ihnen auch noch die verblieben Leistungen zu streichen.“
Der VAMV Berlin warnt vor massiven Folgen: „Wer gleichzeitig Ganztagsangebote einschränkt und den Unterhaltsvorschuss kürzt, lässt Alleinerziehende komplett allein zurück. Das ist ein Rückzug des Staates aus seiner Verantwortung auf dem Rücken von hunderttausenden Familien.“
Der Verband fordert Bundesregierung und Länder auf, die Pläne sofort offenzulegen und jede Kürzung beim Unterhaltsvorschuss auszuschließen. „Wer Kinderarmut ernsthaft bekämpfen will, darf nicht bei den Betroffenen sparen. Der Unterhaltsvorschuss muss für alle betroffenen Kinder verlässlich, ausreichend und ohne Einschränkungen gezahlt werden. Gleichzeitig muss der Staat säumige Unterhaltszahlungen konsequent eintreiben, statt die komplette Last weiter auf Alleinerziehende abzuwälzen. Diese Kürzungspläne müssen gestoppt werden und zwar sofort.“
Der VAMV unterstützt die Veröffentlichung des Paritätischen Gesamtverbandes und fordert vollständige Transparenz über alle Kürzungsvorhaben.