Familienaufstellung

 

Familienaufstellung im VAMV


 

Einleitung

Wir alle brauchen in unserem Leben manchmal einen Blick von außen auf das eigene Denken und Handeln, damit wir neue Perspektiven entwickeln können. Dazu gehört, dass wir die anderen verstehen, mit denen wir – privat oder beruflich – nicht gut klarkommen oder Konflikte haben, und dass wir uns selbst verstehen. Eine Methode, die zu diesem Verständnis des/der Anderen und für sich selbst verhilft, sind Systemische Aufstellungen.

 

In Aufstellungen werden Personen oder Themen aufgestellt, die dann eine eigene Dynamik entfalten und zu neuen Einsichten führen können. Wichtig ist dabei die Offenheit aller TeilnehmerInnen für neue Erfahrungen und eine Leitung, die undogmatisch und mit der Fähigkeit, Hypothesen zu bilden, das Geschehen begleitet.

 

Der Inhalt

Systemische Aufstellungen verbinden systemtheoretische, psychoanalytische und familiendynamische Elemente. Heute wird die Methode auch für die Klärung beruflicher Themen und in Organisationen genutzt. Die hier angebotenen Aufstellungen sind für Menschen, die mehr über ihre Position in Familie und Beruf erfahren wollen, eine Form der Selbsterfahrung und der Übung in Empathie. Sie beruhen auf der Kenntnis der Arbeit Hellingers und anderer AufstellerInnen, vor allem von Albrecht Mahr und Marianne Franke. Das heißt: Die Erfahrungen und Wahrnehmungen der TeilnehmerInnen werden respektvoll als Ressource genutzt.

 

Neben dem persönlichen Gewinn für die TeilnehmerInnen, eine andere Perspektive als die gewohnte auf ihnen wichtige Themen zu entdecken, ist ein wesentlicher Gewinn von Aufstellungen eine breitere Perspektive auf die Probleme Anderer: Das zunächst Fremde wird verständlich und nachvollziehbar. Damit sind Aufstellungen – über die Entwicklung neuer Perspektiven für das eigene Leben hinaus – ein Weg zu einer entscheidenden Qualifikation in der Kommunikation mit Menschen, sowohl privat wie auch beruflich.

 

Das Seminar basiert zum größten Teil auf dem gemeinsamen Erleben – sei es als die Person, die ein Thema aufstellt, sei es als Repräsentantin, sei es als Zeugin/als Zeuge dessen, was geschieht, sei es als Aufstellungsleiterin.  Dieses Erleben wird auch zum Thema in den gemeinsamen Auswertungsgesprächen.

 

 

Der Ablauf

 

Die Mitwirkenden

 

  • Die Aufstellerin/der Aufsteller (in anderen Zusammenhängen auch Klient/-in genannt). Das ist die Person, die ein Thema neu anschauen will. Sie ist diejenige, die ein Thema anspricht. An ihrem Anliegen orientiert sich die Sitzung.
  • Die Aufstellungsleitung, eine Person, die sich lange für diese Methode weitergebildet hat. Sie begleitet die Aufstellung und macht Vorschläge, wie die Positionen verändert werden können. Sie fragt nach den Befindlichkeiten und Veränderungen bei einer veränderten Position und versucht, das Thema der Aufstellerin/des Aufstellers so zu erhellen, dass eine neue Perspektive in Richtung Verständnis und Versöhnung sichtbar wird.
  • Die Repräsentanten/-innen. Das sind die Personen, die von der Aufstellerin/dem Aufsteller als Stellvertreter/-innen für die Personen ausgesucht werden, die für die Aufstellung bedeutsam sind.
  • Die Teilnehmer/-innen des Seminars, die als Zeugen/Zeuginnen dem Geschehen beiwohnen und im Anschluss ihre Eindrücke schildern.

 

Das Vorgehen

 

In einem Kreis sitzen etwa 10 Personen. Die Aufstellungsleiterin erklärt das Verfahren. Eine Person benennt ein Thema (z.B. Sorge um die Tochter) und die Aufstellungsleiterin erfragt den Hintergrund des Problems, so wie es sich für die Aufstellerin darstellt. Danach werden für die Personen, die dafür eine Rolle spielen, Repräsentanten gesucht, die Repräsentantin der Tochter z.B., und die Aufstellerin selbst. Die Aufstellerin stellt die Personen, die sie ausgesucht hat, so, wie sie meint, dass sie zueinander stehen. Dann fragt die Leiterin die einzelnen Personen, was sie empfinden. Aus diesen Empfindungen heraus entwickelt sich eine Dynamik, die die Aufstellungsleiterin selbst nicht absehen kann, die aber von ihr mit dem Ziel begleitet wird, dass alle TeilnehmerInnen zu ihrem Recht kommen. Es gibt also keine Schuldzuweisungen, sondern ein Bemühen um Verstehen und Versöhnung. Es gibt auch Aufstellungen, bei denen dies nicht gelingt. Dann wird eine gewissenhafte Aufstellungsleiterin die Aufstellung eher abbrechen, als etwas zu erzwingen, was der Aufstellerin möglicherweise schadet.

 

Die Themen

 

Es können Probleme aufgestellt werden (z.B. „ ich fühle mich von X unterdrückt“,  „ich kann meinem geschiedenen Mann nicht verzeihen“,  „ich muss immer mit meiner Schwester streiten“), aber es können auch ein Ereignis  oder eine Krankheit aufgestellt werden. In Arbeitszusammenhängen werden es primär die Beziehungen zu Vorgesetzten und Kollegen/-innen sein, die aufgestellt werden. Häufig aber wird auch „der Betrieb“ aufgestellt oder ein Symptom wie Angst. Hierzu macht die Leiterin Vorschläge.

 

Die Leiterin

 

Prof. Dr. Hilde von Balluseck war bis 2007 Hochschullehrerin an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Ihre Schwerpunkte waren Arbeit mit Familien, Sozialisation und Frühpädagogik. Sie war selbst über viele Jahre allein erziehend. Derzeit ist sie Chefredakteurin des Internetportals www.erzieherIn.de.

Während ihrer Berufstätigkeit absolvierte sie mehrere Weiterbildungen zu systemischen Aufstellungen, denen sie sich nach ihrer Pensionierung verstärkt zugewendet hat. Regelmäßig führt sie an der Alice Salomon Hochschule in Hellersdorf Seminare zu Systemischen Aufstellungen durch.

 

Das Seminar kommt zustande bei mindestens zehn TeilnehmerInnen.

 

Für fünf Vormittage à vier Stunden werden folgende Kosten erhoben:

Regulärer Preis 210,00 EUR, ermäßigt für Hartz-IV-EmpfängerInnen 140,00 EUR, VAMV-Mitglieder zahlen 110,00 EUR.

 

 

Termine

01.09., 08.09., 22.09., 29.09., 20.10.2012

Jeweils von 10.00 bis 14.00 Uhr